Adriatisches Meer

Ausflug nach

Nach so einem Ausflug, ach was sag ich, nach so einem Abenteuer könnte man eigentlich ein Buch schreiben. Doch die Knochen schmerzen noch so sehr, dass während ich diese Zeilen schreibe, jeden Moment noch einmal erlebe und der Muskelkater wartet schon. „Wir überführen die Segelyacht über das Mittelmeer.“ Das klingt traumhaft – doch nicht im März.

Am 10. März war’s dann soweit: Abfahrt aus dem hohen Norden in Wilhelmshaven in den Süden nach München zum Chiemsee – dort steht die Yacht. Nach den Bildern zu urteilen erwartete uns eine Rote Elan 40 RS in einwandfreiem Zustand doch beim Anruf des Vorbesitzers, dass noch Antifouling fehlt, hätten wir schon stutzig werden sollen. Doch die Vorfreude war riesig, sodass wir gegen Abend in der Dunkelheit am Chiemsee ankamen. Ausgerüstet mit Taschenlampen und dem Scheinwerferlicht des Autos tasteten wir uns auf das Schiff, welches sich auf einem Trailer befand.  Das Unterwasserschiff im miserablen Zustand, Eis auf der Plane womit das Schiff eigentlich vor Blättern geschützt werden sollte – ein desaströser Zustand. Doch was kriegt’ man nicht alles wieder mit nem Schwamm und etwas Wasser wieder hin.

Aus diesem „etwas“ wurden vier Tage harte Arbeit, dass das Schiff sich auf dem Mittelmeer überhaupt sehen lassen darf. Ziemlich erschöpft ging es dann vom Hafen in Koper, Slowenien aus los Richtung Mittelmeer an der Italienischen Ostküste herunter. Doch die Arbeit nahm kein Ende. Gebrochene Segel, Wasser im Schiff, leckende Tanks, kaputte Fäkalientanks, nicht kompatible Plotter – eine reine Baustelle. Nach knapp 600 Seemeilen unter Motor und der Entscheidung in Preveza, Griechenland halt zu machen, passierte es: der Motor stoppte. 10 Seemeilen vor Preveza, kein funktionierendes Segel, kein Antrieb, 30 Knoten Wind und zwei Meter hohe Welle trieben uns weitere 10 Seemeilen auf das offene Meer zurück.

Notfall? Keineswegs! Aber ungemütlich ist es trotzdem. Also entschieden wir uns, die Behördliche Hafenpolizei in Griechenland anzurufen und baten um Schlepphilfe. Ein in der nähe befindlicher Fischer schleppte uns in den nächsten Hafen nach Lefkada, wo uns ein halbes Dutzend Polizisten empfangen inklusive Fischer, der für diese Schleppaktion 5000,00 € verlange. Vor den Augen der Polizisten übergaben wir unser restliches Bargeld von Board. Das Abenteuer nahm aber hier auch kein Ende. Zusätzlich waren wir verpflichtet einen Gutachter in Höhe von 600,00 € zu bezahlen, der uns eine sichere Weiterfahrt bestätigen würde – auch dem leisteten wir Folge. 

Wer bis hier hin gekommen ist – hat echt Ausdauer. Nachdem Motor und Laune wieder gerichtet waren, machten wir uns auf dem Weg nach Preveza. Aber auch hier ging das Chaos weiter: der Fischer, der bereits 500,00 € bekam – verbat nun durch ein Eilverfahren, die Weiterfahrt und die Beschlagnahmung der Yacht, da wir seiner Summe von 5000,00 € nicht nachkamen. Ein schlag ins Gesicht und die Moral der Geschichte? Trau den Behörden in Griechenland nicht. Es ist der 1. April und gerne würd’ ich sagen: das alle war nur ein Witz. Doch das Verfahren läuft und wir verbringen unsere Quarantäne nun in der Heimat in Deutschland.

mit ganz viel ❤️ technisch umgesetzt von stark&kreativ aus Bremen